Bereits Ende der 70er Jahre tauchte in der Bisinger Fasnet erstmals die Figur der Kirchenmaus auf. Auf Initiative vor allem von Anni Haspel nahmen erstmals 50 kostümierte Hästräger in Overalls aus grauem Nickistoff  und mausähnlich bemalten Gesichtern und anfangs noch mit wechselnden Themen am Bisinger Umzug teil.

In den Folgejahren wurden zuerst Plastikmasken getragen und anschließend Versuche mit Gipsmasken gemacht. Nachdem diese Versuche nicht so recht zum Erfolgt führen wollten verflachte das Interesse an der Figur der Kirchenmaus immer mehr.

Eine kleine Gruppe Vereinsmitglieder traf sich im Jahre 1983 erstmals mit dem Gedanken, im TSV Bisingen eine eigene Narrenabteilung zu gründen.

Die Geschichte der Narrenvereinigung Bisinger Nichthuldiger und Kirchenmäus hatte begonnen und wird bis heute fortgeschrieben.

Das erste  Jahre der neuen Unterabteilung des TSV Bisingen, in dem erstmals ein Narrenrat gewählt wurde, stand ganz im Zeichen der Entwicklung der beiden Narrenfiguren Nichthuldiger und Kirchenmaus. Beide Figuren sollten Holzmasken tragen. Dazu wurden einige Holzschnitzer aus der Umgebung zu Rate gezogen. Letztlich erhielten die Entwürfe des Schnitzers Hubert Schultis aus Haslach im Kinzigtal den Zuschlag. Bis heute kommen unsere  sämtliche Masken aus der Schnitzwerkstatt Schultis. Neben den einheitlich aussehenden Kirchenmausmasken stellt es doch immer wieder eine Herausforderung da, die individuell von den jeweiligen Maskenträgern gewünschten Charakterzüge der „Gesichter“ der Nichthuldigermasken zu realisieren.

Anders bei der Entwicklung des Häs. Bei den Nichthuldigerhäs gab es  relativ wenig falsch zu machen. In Anlehnung an die Kleidung der Bisinger Bevölkerung in der Zeit um 1798 wurde das Häs entwickelt und konnte leicht aus den Beständen von „Ahne“ und „Ehne“ realisiert werden.

Dem Häs der Kirchenmäuse jedoch galt es  ein  fasnetstypisches wenn auch gleichzeitig regional verbundenes Aussehen zu verleihen. Ursprünglich als klassischer Weißnarr mit zum den  typischen Malereien (z.B. der Bisinger Kirche auf dem Rücken) angedacht, wurde dann doch Rat von höchster Stelle eingeholt.

Auf Anraten einiger Vertreter der schwäbisch alemannischen Vereinigung wurde der Gedanke an einen Weißnarren wieder verworfen. Der Kontakt zu Jürgen Hohl, einem Mitglied des kulturellen Beirates der Schwäbisch alemannischen Fasnets, mit Fachgebiet Häs brachte dann  den ersten Entwurf der Kirchenmaus hervor.

1985 war es dann soweit. Das offizielle Häs der Kirchenmaus, noch immer ohne Holzmaske, wurde vorgestellt. Ebenso wurden in diesem Jahr die ersten Nichthuldigermasken geschnitzt.

Bereits im Folgejahr lud man am „Schmotzigen“ die Bisinger Bevölkerung erstmals zum Nichthuldigerball in die Hohenzollernhalle.

Heinrich Haasis zuvor viele Jahre Bürgermeister in Bisingen und nun Landrat, also quasi Fürst vom Zollernalbkreis, wurde im Landratsamt in Balingen besucht und musste genauso huldigen wie der neue Bürgermeister von Bisingen, Egbert Zäh.

 Doch auch nach der Fasnet war dieses Jahr nicht minder arbeitsreich. Anlässlich der 1200 Jahrfeier in der Gemeinde wurde das Theaterstück „Die Nichthuldiger“ eine Posse aus dem Jahr 1928 von den Mitgliedern der Narrenvereinigung aufgeführt. Wahrlich ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte der Narrenvereinigung und des ganzen TSV Bisingen.

Im Sommer dieses Jahres wurde erstmals für die Bisinger Bevölkerung eine Dorfhockete auf dem Marktplatz abgehalten. Für alle ein Beweis, dass die Narren auch außerhalb der Fasnet aufs Vorzüglichste zu festen wissen.

Das Häs der Kirchenmaus sollte nun komplettiert werden. Es wurde eine Holzmaske für die Mäuse entwickelt und vom  Holzschnitzer Hubert Schultis realisiert. Diese wurde vom Narrenrat genehmigt und prägt seitdem die Erscheinung der Bisinger Kirchenmaus.

„Eine Kirchenmaus ist nur eine Maus mit einem Gschell“ Dieser heute noch geflügelte Ausspruch rührt sicherlich noch aus damaliger Zeit her, wurden für die Kirchenmäuse, damals noch in Heimarbeit, erstmals Gschellriemen angefertigt.